Verursacht der Lockenstab Haarausfall?

Ein volles und glänzendes Haar steht für Jugend, Vitalität und Erotik. Es hebt die Vorzüge des Gesichts hervor und trägt zu einem attraktiven Erscheinungsbild bei. Doch die tägliche Haarwäsche sowie die Verwendung zahlreicher Pflegeprodukte und elektronischer Geräte, wie Föhn oder Lockenstab, setzen dem menschlichen Haar stark zu. Die Folge sind strohige, glanzlose und splissige Haare bis hin zu Haarausfall – das ist zumindest die einhellige Meinung. Dass häufiges Waschen der Haare nicht zu Haarausfall führt, ist mittlerweile erwiesen. Das Waschen mit Shampoo löst lediglich die Haare, die sich ohnehin in der Ruhephase befinden. Doch wie sieht es mit der regelmäßigen Verwendung eines Lockenstabs aus? Schließlich befinden sich nach dem Styling zahlreiche Haare auf dem Boden und die Haarpracht wirkt ausgedünnt und trocken.

Viele Personen, die beinahe täglich ihre Haare mit dem Lockenstab behandeln, klagen über scheinbaren Haarausfall. Dabei liegt in den meisten Fällen kein Haarausfall vor. Der Lockenstab wird mit den Haarsträhnen umwickelt und verändert durch die Hitzeentwicklung die Haarstruktur. Hierbei können, sofern Du den Lockenstab zu heiß eingestellt hast, die Haare regelrecht verbrennen – die Haare brechen ab. Je nach Haarlänge und der Verwendung des Lockenstabs kann der Haarbruch direkt an der Kopfhaut erfolgen. Durch das vermehrte Abbrechen der Haare wirkt die Haarpracht dünner und die Symptome ähneln dem Haarausfall. Eine falsche Haarpflege, insbesondere die häufige Verwendung eines Lockenstabs, kann daher zwar zu direkten Schäden am Haar führen, jedoch im Normalfall keinen Haarausfall auslösen.

Bevor Du Dir aufgrund eines möglichen Haarausfalls Sorgen machst, solltest Du auf die wirklich eindeutigen Zeichen achten. Unsere Haare unterliegen einem natürlichen Lebenszyklus, der sechs bis acht Jahre dauert. Jedes Haar durchläuft einen Vorgang aus Wachstums-, Übergangs- und Ruhephase und fällt am Ende aus, um neuen Haaren Platz zu schaffen. Dabei verliert jeder Mensch täglich auf diese natürliche Weise rund 100 Haare, wobei die Zahl der ausfallenden Haare pro Tag auch einer individuellen Schwankungsbreite unterliegt. Erst wenn Du über einen längeren Zeitraum deutlich mehr als 100 Haare am Tag verlierst, könntest Du an Haarausfall leiden. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Neben erblich bedingtem Haarausfall, spielen auch die Hormone eine wesentliche Rolle. Hormonschwankungen, verursacht beispielsweise durch die Pille oder die Wechseljahre, sorgen für ein Ungleichgewicht bei der Nährstoffversorgung und damit für Haarausfall. Auch eine falsche Ernährung sowie Stress können Haarausfall begünstigen.

Dabei gibt es drei typische Arten von Haarausfall: der kreisrunde, der erblich bedingte sowie der diffuse Haarausfall. Den kreisrunden Haarausfall kannst Du an den kleinen, runden Kahlstellen auf dem Kopf erkennen. Er kann sowohl am Kopf als auch am gesamten Körper auftreten. Der erblich bedingte Haarausfall tritt in erster Linie mit zunehmendem Alter und besonders bei Männern auf. Typisch für den erblich bedingten Haarausfall ist der zurückgehende Haaransatz an der Stirn sowie der Haarverlust im Zentrum des Hinterkopfes. Bei der regelmäßigen Verwendung eines Lockenstabs spielt besonders der diffuse Haarausfall eine Rolle. Im Gegensatz zum kreisrunden Haarausfall wird das gesamte Kopfhaar dünner und kraftlos. Die Anzeichen ähneln daher dem Haarbruch durch die Hitze.

Beobachte daher zunächst die Anzeichen und Symptome und ändere bis dahin Deine Haarpflege. Der Lockenstab ist ein elektrisches Gerät, das bis zu 300 Grad Celsius heiß werden kann. Dadurch trocknet Dein Haar aus bricht ab. Wenn Du nur selten einen Lockenstab verwendest und Deine Haare regelmäßig pflegst, brauchst Du keinen Haarbruch befürchten. Wenn Du allerdings Deine Haare häufiger mit einem Lockenstab oder einem Glätteisen behandelst, solltest Du unbedingt folgende Tipps beachten:

  1. Wasche die Haare vor der Verwendung eines Lockenstabs und behandle sie anschließend mit einem Conditioner. Der Conditioner verbleibt in den Haaren und wirkt während des Trocknens.
  2. Verwende das elektrische Gerät niemals auf bereits gestylten und mit Stylingprodukten behandelten Haaren. Viele Hersteller erwähnen bereits in der Gebrauchsanweisung, dass der Lockenstab oder das Glätteisen nicht auf nassem Haar genutzt werden sollte. Die Verdampfung der Feuchtigkeit würde den Hitzeeffekt nochmals verstärken und die Haarstruktur verbrennen. Ebenso würden sich Stylingprodukte, wie Schaum oder Gel, in die Haaroberfläche einbrennen.
  3. Wähle ein hochwertiges und für Deine Haare geeignetes Produkt und achte darauf, dass der Lockenstab nicht zu heiß eingestellt ist.
  4. Achte auf die richtige Pflege: Sind die Haare durch die fehlerhafte Verwendung des Lockenstabs einmal geschädigt, können sie dauerhaft nicht erhalten werden und brechen ab. Daher solltest Du Deine Haare regelmäßig mit Haarkuren, Spülungen oder guten Shampoos behandeln.

Dennoch solltest Du den Lockenstab nur selten anwenden. Wenn Du die genannten Tipps beachtest, sollten Deine Haare nicht allzu großen Schaden nehmen. Möchtest Du den Haarbruch vollständig verhindern, musst Du zu gesünderen Methoden für Deine Locken greifen. Teile beispielsweise Deine nassen Haare in Strähnen, drehe sie zu kleinen, engen Schnecken und fixiere sie mit einem dünnen Zopfgummi. Nach dem Trocknen der Haare hast Du einen tollen Look mit Locken. Sogar mit Taschentüchern, die Du zu Papilloten faltest, kannst Du Dir im Handumdrehen Locken in die Haare zaubern.

In der heutigen Zeit werden Haare viel mehr strapaziert, als es noch früher der Fall gewesen ist. Haare werden geföhnt, geglättet, gelockt oder gefärbt. Oft hilft Dir dann eine konventionelle Haarkur nicht mehr, um die Haarschäden zu reparieren oder vorzubeugen. Es gibt jedoch zwei gute Nachrichten: das Styling, beispielsweise mit einem Lockenstab, verursacht keinen Haarausfall, auch wenn es auf den ersten Blick anders wirkt. Die Haare brechen lediglich ab, weshalb die Haarpracht ausgedünnt erscheint. Und dagegen kannst Du sogar etwas unternehmen. Neben der richtigen Verwendung der elektrischen Geräte, gibt es mittlerweile eine Vielzahl an guten Haarprodukten. Ein Haarserum beinhaltet hochkonzentrierte und hochwertige Inhaltsstoffe, die Deinem Haar die benötigten Nährstoffe bietet, und sorgt so für einen gesunden Lebenszyklus der Haare. Dadurch kann die Haarstruktur regeneriert und repariert werden.

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Autorin
Autorin Lockenstab

Tanja Jung

Ich habe meine Berufung zum Beruf gemacht und bin seit 2009 leidenschaftliche Friseurin.
Über die Jahre sind mir viele Lockenstäbe von allen möglichen Marken untergekommen. Auf dieser Seite teile ich mit Dir meine Erfahrung zu den diversen Geräten und erkläre dir die Anwendung. Dabei erfährst Du wie man Locken richtig macht und ich verrate Dir auch, welcher mein Lockenstab Favorit ist. Mehr dazu im Magazin 😉 Dort erhältst Du darüber hinaus Tipps und Tricks wie z.B.: “Welcher Lockenstab zu welchem Lockentyp passt” bzw. welche unterschiedlichen Typen es von Lockenstäben gibt.
Wenn Du Fragen oder Hinweise hast, dann schreib mir einfach!

Quellenangabe
  • SE Medland, DR Nyholt, JN Painter et al.: Common Variants in the Trichohyalin Gene Are Associated with Straight Hair in Europeans. In: American Journal of Human Genetics, 2009, 85(5), S. 750–755, doi:10.1016/j.ajhg.2009.10.009, PMC 2775823 (freier Volltext)
  • Straight vs. curly. Davidson College, eine Analyse der Publikation in American Journal of Human Genetics (2009).
  • Leidamarie Tirado-Lee: The Science of Curls, Helix Magazine, 2014.
  • Jonathan Edmonson, Alison Keith: Roman Dress and the Fabrics of Roman Culture, University Of Toronto Press, 2008.
  • Gertrude Kuse-Hahn: Mit Schere, Kamm und Lockenstab. Geschichten eines modernen Friseurteams, Fischer und Fischer Verlag, 2003.
  • Dieter Lück, Hanna Lipp-Thoben: Friseurfachkunde, Springer Fachmedien, 1995, S. 123, 152, 355, 357, 395.
  • Glättbürste gegen Glätteisen – Was sind die Vorteile? In: Glättbürsten. 25. Februar 2017 (glaettbuerste.net)

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